Wir wollen mehr vom modernen Staat – Folge 5

Schluss mit der Testerittis an Österreichs Schulen

Wien (OTS) - "Wir dürfen unser gewachsenes Bildungssystem nicht einer neoliberalen Wirtschaftsorganisation überlassen“, kritisiert der Vorsitzende der FSG-GÖD-Jugend, Michael Schuh, die derzeitige Praxis im Schulsystem die den LehrerInnen vor Ort jegliche Bewertungskompetenz entzieht. Schuh: „Wir wollen mehr von einem modernen Staat und damit die bestens ausgebildeten LehrerInnen wieder zu ExpertInnen der Bildung machen.“++++

"Infolge der PISA-Studien ist der Imageschaden für den gesamten Lehrberuf mittlerweile beträchtlich. Die Datensammler diffamieren mit ihrem stark verengten Bildungsbegriff nicht nur die Arbeit unserer KollegInnen, sondern stellen auch ihre Diagnosefähigkeit infrage“, stellt Christoph Kubu, Junglehrer in Wien fest und ist überzeugt: "Da Lernen ein Prozess ist bewertet ein Pädagoge, eine Pädagogin neben der vorhandenen, abrufbaren Leistung immer auch die Entwicklung dieser.“

Kubu: "Ein Leistungstest, der darauf ausgelegt ist eine ausschließlich momentane Leistung zu beurteilen, um anhand der Ergebnisse Defizite aufzuzeigen, kann einen Lernprozess, der Irrtum und Fehler als Teil eben dieses Prozesses miteinschließt nicht verstehen, geschweige denn bewerten.“ Systemänderungen haben hingegen die adäquaten Rahmenbedingungen für eine Schule des 21. Jahrhunderts zu erzielen.

Kubu: "Es ist höchst an der Zeit den tatsächlichen BildungsexpertInnen, den LehrerInnen, zu vertrauen und auf ihre Expertise zu hören. Denn diese beinhaltet neben messbaren Daten, auch nicht messbare Kompetenzen, wie auch die Beziehungsarbeit, die für jeden Lernerfolg und Bildung an sich, grundlegende Voraussetzung sind.“ (Fortsetzung folgt)

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